Kreisgruppe Herford

Fledermäuse wieder aktiv – Keine Angst vor Corona und Co.

Fledermäuse wieder aktiv – Keine Angst vor Corona und Co.

BUND im Rahmen eines Citizenscience Projekts in OWL auf der Suche nach Quartieren

Der Frühling hat begonnen und mit den warmen Sonnenstrahlen erwachen auch die Fledermäuse aus ihrem Winterschlaf. Die nächtlichen Jäger suchen nun ihre Sommerquartiere auf und können bei ihren Flugkünsten bestaunt werden.

Aktuell fürchten Artenschützer jedoch um den Ruf der kleinen Flugakrobaten, da Fledermäuse in Verbindung zu dem neuartigen Coronavirus gebracht werden, der die Erkrankung Covid-19 auslösen kann. Angst davor, dass die Tiere Menschen anstecken könnten, braucht jedoch niemand zu haben. „Die in Deutschland heimischen Fledermausarten sind keine Überträger des neuartigen Coronavirus“, betont Fledermausexperte Bernd Meier-Lammering vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland). Fledermäuse erfüllen wichtige Funktionen in unseren Ökosystemen. Sie vertilgen große Mengen an Insekten und haben dabei auch viele pflanzenfressende Schädlinge auf ihrem Speiseplan.

Bis auf die Zwergfledermaus stehen alle in dieser Gegend heimischen Fledermausarten auf der „Roten Liste der gefährdeten Tierarten“. Zu diesen gehört auch das braune Langohr, eine waldbewohnende Fledermausart, deren auffälligstes Merkmal die großen Ohren sind, die mit etwa 4 Zentimeter Länge fast so lang sind wie der Körper.

Trotz das strengen Schutzes unter dem die Fledermäuse stehen, gehen die Bestandszahlen zum Teil besorgniserregend zurück. Die wichtigsten Gründe hierfür: Die Tiere finden immer weniger Insektennahrung. Mit dem Ausräumen der Landschaft für Ackerflächen, dem Zuschütten von Kleingewässern, der Rodung von Obstwiesen sowie dem Einsatz von Insektiziden in Landwirtschaft und Gärten werden Insekten immer seltener.

Dazu nimmt die Zahl der Quartiere ab, in denen Fledermäuse überwintern und ihre Jungen aufziehen können. Viele alte, höhlenreiche Bäume werden als so genannte "Gefahrenbäume" entfernt oder ganze Altholzbestände gerodet. Hinzu kommt, dass immer mehr Dachböden ausgebaut und dabei vollkommen abgedichtet werden. Selbst in Kirchen finden Fledermäuse deshalb immer weniger Unterschlupfmöglichkeiten.

Der BUND ist daher auf der Suche nach Fledermausquartieren um sich für deren Erhalt einzusetzen. Die Naturschützer*innen erfassen Hausquartiere von Fledermäusen, werben bei Hauseigentümern für Erhalt und Schutz der Quartiere und informieren über Möglichkeiten, Fledermausquartiere neu zu schaffen, zum Beispiel mit Fledermauskästen und verteilen Wildblumensamen um die Insektenvielfalt und damit die Nahrungsgrundlage der Fledermäuse zu verbessern.

"Wer sich als "Fledermausforscher*in im Rahmen eines sogenannten Citizen-science Projekts an der Suche nach Fledermausquartieren beteiligen möchte, kann vom BUND entsprechende Geräte, wie Fledermausdetektor und Nachtsichtgerät geliehen bekommen" erklärt Fledermausexperte Bernd Meier. "Wir freuen uns natürlich auch über Menschen, die den Fledermäusen durch die Aussaat von Wildblumen oder die Schaffung von Quartieren helfen möchten." Samentüten und Fledermauskästen können bei der BUND Kreisgruppe zu bekommen.