Herzlich Willkommen beim BUND Herford!

Herzlich Willkommen beim BUND Herford!

Wir freuen uns sehr, dass Sie bei uns einmal reinschauen! Der BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) ist einer der ältesten und aktivsten Naturschutzverbände im Kreis Herford. Unsere Aufgabe ist die Erhaltung von Natur und Umwelt, ohne die wir keine Lebensqualität und Zufriedenheit spüren würden. Der BUND Herford fragt nach, mischt sich ein, unterbreitet Vorschläge oder zeigt Alternativen auf, legt den Finger in die Wunde - damit das Leben noch lebenswert bleibt!

Biotope im Kreis Herford in Gefahr

Der Kreis Herford braucht dringend mehr Naturschutz

Feuchtwiesen, wie hier mit Füllenbruch, mit Kuckuckslichtnelke brauchten dringend Schutz im Landschaftsplan

LNU (Landesgemeinschaft Natur und Umwelt), NABU (Naturschutzbund), SDW (Schutzgemeinschaft Deutscher Wald)  und BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) kommentieren Aktion der Landwirte gegen den geplanten Landschaftsplan Der Kreis Herford plant, mit dem neuen Landschaftsplan die Naturschutzfläche von derzeit 1.700 auf 3.463 Hektar zu verdoppeln – eine Maßnahme, die nicht nur dringend notwendig ist, um die biologische Vielfalt zu sichern und die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen, sondern gemäß gesetzlicher Zielvorgaben erforderlich ist. Doch statt konstruktive Lösungen zu suchen, starten der landwirtschaftliche Lobbyverband und einige konventionelle Landwirte  eine emotionale Gegenkampagne unter dem Label „Ernährungsschutzgebiete“. Diese Kampagne ignoriert die wissenschaftlich fundierten Argumente für den Naturschutz und verkennt die langfristigen Risiken für Landwirtschaft und Gesellschaft. Der Vorwurf, es handele sich um eine „flächendeckende Überplanung“, ist falsch und irreführend. Tatsächlich ist der Kreis Herford im Vergleich zu anderen Regionen NRWs unterdurchschnittlich mit Naturschutzgebieten ausgestattet – ein Fakt, der in der öffentlichen Diskussion oft verschwiegen wird. Die geplante Ausweisung von 46 neuen Naturschutzgebieten ist kein willkürlicher Eingriff, sondern folgt den rechtlichen Vorgaben des Landes NRW und der EU, die den Erhalt von Arten und Lebensräumen verbindlich vorschreiben. Dabei bleibt der Landschaftsplanentwurf noch drastisch hinter den Vorgaben der EU und der Bundesrepublik zurück. Die Biodiversitätsstrategie fordert, dass 30% der Landfläche effektiv geschützt werden sollen. Im Kreis Herford sollen es gerade einmal 7,7% der Fläche werden. Dem Kreis fehlen somit 22,3 % an Schutzgebietsausweisungen um die Vorgaben der auch von Deutschland unterschriebenen EU Biodiversitätsstrategie zu erfüllen. Hier muss nachgebessert werden! Mit den geplanten 7,7 % Naturschutzgebietsfläche erreicht der Kreis Herford nicht einmal den Durchschnitt im Regierungsbezirk Detmold (8,25%) oder in NRW (8,6%). Selbst die (Groß)Stadt Bielefeld hat mit 8 % mehr Naturschutzgebietsfläche als im Kreis Herford geplant sind. Weiterhin sieht die Biodiversitätsstrategie vor, dass 10% der Schutzfläche streng geschützt werden, also ohne jegliche menschliche Nutzung sein sollen. Diese Flächen sucht man im Landschaftsplanentwurf vergebens. Ganz im Gegenteil, der neue Landschaftsplan sieht so gut wie keine Einschränkungen für Land- und Forstwirtschaft vor. Landwirte können auch in Schutzgebieten weiter wie bisher ackern und Waldbesitzer alte Bäume fällen. Auf Initiative einiger Landwirte und Waldbesitzer wurden die Schutzausweisungen bereits erheblich vor Offenlegung der Planung reduziert. Der erste Plan-Entwurf sah 9% Schutzgebietsausweisungen vor. Die aus Naturschutzsicht fachlich nicht vertretbaren Reduzierungen gilt es rückgängig zu machen. Die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten im Kreis Herford kann heute nur noch an wenigen Orten existieren, die jetzt konsequent geschützt werden müssen. Um zu überleben brauchen viele Arten mageren Boden, feuchten Wiesen oder alte Wälder, an die sie angepasst sind. Übermäßige Düngung, Pestizide, eine gründliche „Feldhygiene“ oder frühzeitige Holznutzung lassen diese Arten verschwinden. „Wir erleben ein stilles Aussterben hier in unserem Kreis“, stellt Freyja Diebrok, stellvertretende Vorsitzende des Naturschutzbundes (NABU) fest. „Das ist nicht nur schade, sondern bedroht die Widerstandsfähigkeit unserer Landschaft und damit uns selbst. Die ausschließlich wirtschaftlich denkenden und handelnden Macher der Kampagne verkennen, dass  der Landschaftsplan kein Problem für sie ist, sondern sie Teil der Lösung des Artenrückgangs sein sollten“, so Diebrok. „Es handelt sich beim Landschaftsplan nicht um eine „Schreibtischplanung“, sondern um die Sicherung unserer Lebensgrundlagen. Wer jetzt gegen den Landschaftsplan mobilisiert, gefährdet nicht nur die Natur, sondern auch die Zukunft der Land- und Forstwirtschaft selbst“ erklärt Bernd Meier, Sprecher des BUND. Der intensive Ackerbau mit Pestizideinsatz hat maßgeblich zum Artensterben beigetragen. Er lässt kaum Raum für Wildpflanzen und Tiere und fördert das Artensterben. Die Liste der vom Aussterben bedrohten Pflanzen und Tiere ist lang und ein trauriger wissenschaftlicher Beleg für den Artenrückgang. Wo sind z.B. frühere Allerweltsarten wie die Feldlerche und der Kiebitz geblieben? In Deutschland sind rd. 35% heimischer Tierarten aktuell bedroht, 7% vom aussterben bedroht und 3% bereits ausgestorben. Bei den heimischen Pflanzen gelten über 30% als aktuell bedroht und ca. 2% als ausgestorben. Fakten die auch den Landbesitzern bekannt sind. Die Landwirtschaft ist auf intakte Ökosysteme angewiesen: Bestäuber wie Bienen, gesunde Böden und sauberes Wasser sind die Basis für Erträge. Der neue Landschaftsplan sei daher kein Angriff auf die Landwirtschaft, sondern eine Investition in ihre Zukunft, so die Naturschützer. Keine Einschränkung der Ernährungssicherheit – sondern deren Sicherung Die Behauptung, der Landschaftsplan führe zu einem „volkswirtschaftlichen Schaden“ und gefährde die Ernährungssicherheit, ist unbelegt und widersprüchlich. Im Gegenteil: Der Plan sichert langfristig die Produktionsgrundlagen der Landwirtschaft, indem er Bodendegradation, Artensterben und Grundwasserverbrauch bekämpft. Grünland in Hanglagen ist oft schutzwürdig, weil es erosionsanfällig ist und seltene Arten beherbergt. Eine Nutzungseinschränkung bedeutet keinen Verlust von Grünlandfläche, sondern eine nachhaltige Bewirtschaftung. Leider findet eine nachhaltige, naturverträgliche Grünland- und Flächennutzung vielfach nicht mehr wie vor hundert Jahren statt, daher sind nicht nur Kiebitz, Feldlerchen- und Rebhuhnbestände im Kreis Herford – wie auch landesweit - drastisch zurückgegangen, sondern auch viele früher teils häufige Insektenarten. Auen und Sieke (feuchte Senken) sind zwar nicht immer augenscheinlich nass, aber sie erfüllen wichtige Funktionen: Hochwasserschutz, Grundwasserneubildung und Lebensraum für seltene Arten. Ihre Unterschutzstellung verhindert, dass durch Drainage oder Bebauung diese Funktionen und wichtige Biotopvernetzungsstrukturen verloren gehen. „Ernährungssicherheit lässt sich nicht durch Nutzungsinensivierung unter Inkaufnahme von Artensterben sichern, sondern nur durch den Erhalt der natürlichen Ressourcen. Wer jetzt gegen den Landschaftsplan kämpft, handelt gegen die Interessen der eigenen Kinder“, sagt Jasper Schüler von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Die Naturschutzverbände betonen: Vertragsnaturschutz und Blühflächen sind wichtige und geeignete Instrumente, um Biodiversität und Landwirtschaft zu verbinden. Doch diese müssen verpflichtend und flächendeckend umgesetzt werden – nicht als Alibi für weitere Zerstörung. Dies gehe nur durch klare Schutzgebietsausweisungen und Regelungen in den Schutzgebieten. „Wenn wir immer mit der Vernunft der Menschen rechnen könnten, bräuchten wir keine Geschwindigkeitsbegrenzungen und Strafregelungen und es gäbe keine Kriege“ meint Meier vom BUND. Keine „Enteignung“, sondern faire Abwägung Eine Enteignung der Landbesitzer findet nicht statt.  Wenn sich Landeigentümer gegen notwendige Schutzausweisungen wehren, übersehen sie, dass der Landschaftsplan keine Enteignungen vorsieht,  sondern regelt Nutzungskonflikte in der Landschaft im öffentlichen Interesse und schränkt die bisherige Nutzung nicht ein. Alle Einschränkungen sollen im Einvernehmen mit den Eigentümern erfolgen. Die Schutzausweisungen bieten die Möglichkeit, dass Landwirte Ausgleichszahlungen für freiwillige Maßnahmen wie extensive Bewirtschaftung oder Blühstreifen erhalten können. Wer diese ablehnt, muss sich fragen lassen, ob ihm kurzfristige Gewinne wichtiger sind als langfristige Existenzsicherung. „Es ist traurig, wenn Land- und Forstwirte, die seit Generationen von der Natur leben, nun gegen den Schutz derselben Natur kämpfen. Statt mit Plakaten gegen den Landschaftsplan zu protestieren, sollten sie sich für eine Agrarwende einsetzen, die beiden – Natur und Landwirtschaft – eine Zukunft gibt“, erklärt der BUND-Sprecher Bernd Meier und wünscht sich eine kooperative Zusammenarbeit von Naturnutzern und Naturschützern. „Wir stehen voll und ganz hinter den Landwirten, wenn sie gegen den Verlust von Flächen kämpfen. Aber um den ungebremsten Flächenfraß durch Straßen, ICE-Trasse, Gewerbe- und Bauflächen zu verhindern, brauchen wir  Schutzausweisungen“. 

 

Faktencheck zu den Behauptungen der Landwirtslobbyisten von LNU, NABU und BUND        

 Behauptung: Der Kreis Herford will mit dem neuen Landschaftsplan weitere Flächen unter Schutz stellen. 

Richtig, aber notwendig: Der Kreis Herford hat bisher nur 3,78 % Naturschutzfläche (1.700 ha) und plant eine Verdopplung auf 7,7 % (3.463 ha). Dies ist ein dringend notwendiger Schritt, um die Biodiversität zu schützen. NRW hat im Schnitt 8,6 % und OWL 8,25 % Naturschutzfläche. | 

Behauptung: Eine Unterschutzstellung führe zu einem Wertverlust und volkswirtschaftlichen Schaden. 

Falsch: dass eine Unterschutzstellung zu Wertverlust führt ist unbelegt. Falsch ist, dass durch Naturschutzgebiete ein volkswirtschaftlicher Schaden entstünde. Ganz im Gegenteil: nach der TEEB-DE Studie beträgt der volkswirtschaftliche Nutzen durch eine intakte  Natur durch Bodenfruchtbarkeit, Bestäubung, Holzproduktion, CO2 Bindung, Erholung, Wasserspeicherung 1.000 – 2.500 € pro Einwohner. Also hochgerechnet auf den Kreis 250 bis 600 Millionen Euro. 

Behauptung: Die geplanten Änderungen beim Grünland seien nicht nachvollziehbar 

Falsch: Grünland in Hanglagen ist oft erosionsanfällig und artenreich. Eine nachhaltige Bewirtschaftung sichert die Bodenfruchtbarkeit und verhindert Artenverlust Die Unterschutzstellung von Auen und Sieken sei unsinnig Falsch: Auen und Sieke erfüllen wichtige Funktionen wie Hochwasserschutz, Grundwasserneubildung und Lebensraum für seltene Arten. Selbst bei trockenen Böden sind sie schutzwürdig, da sie ökologische Funktionen erfüllen. Sie sind sehr wichtige Strukturen zur Vernetzung der Biotope und Schutzgebiete und für den Hochwasserschutz. 

Bahauptung: Die Planung zeuge von Misstrauen gegenüber der heimischen Landwirtschaft 

Übertrieben: Der Plan basiert auf fachlichen und rechtlichen Vorgaben (EU, Land NRW) und bietet Förderprogramme für angepasste Bewirtschaftung. Misstrauen ist hier fehl am Platz – es geht um Zukunftssicherung. Instrumente wie Vertragsnaturschutz oder Blühflächen würden zu wenig berücksichtigt. Teilweise richtig: auch die Naturschutzverbände fordern einen Ausbau dieser Instrumente, um Biodiversität und Landwirtschaft zu verbinden.

Um zum gesamten Untersuchungsbericht zu gelangen, bitte links klicken.

BUND will Waldflächen und Biotopbäume für naturnahe Wälder kaufen

Zum Tag des Waldes

Zum internationalen Tag des Waldes am 21.3. wünscht sich der BUND von Politik, Wirtschaft und Bürgerinnen und Bürgern, den Schutz und Erhalt dieser wertvollen Lebensräume auch in OWL konsequent voranzutreiben. Auch der BUND engagiert sich im Waldschutz und will Waldbereiche oder sogenannte Habitatbäume kaufen um mehr naturnahe Wälder zu schaffen.

OWL gehört mit einem Waldanteil von etwa 20% im Vergleich zu NRW (27%) zu der BRD (32%) zu den waldarmen Gebieten. Zudem sind die wenigen vorhandenen Waldflächen stark zersplittert.

In Nordrhein-Westfalen, einem stark industrialisierten Bundesland, spielt der Wald eine entscheidende Rolle als Erholungsraum und Schutzgebiet. Zudem ist er von unschätzbarem Wert für die biologische Vielfalt. “Es gilt die wenige Fläche, die wir in unserem Kreis ohnehin nur noch haben, nicht noch weiter zu reduzieren, sondern gezielt zu schützen. Der Wald ist ein wichtiger und beliebter Ort für alle, die Erholung, Ruhe und Inspiration suchen.”, so Bernd Meier vom BUND Herford.

„Unsere Wälder sind das grüne Herz unserer Region und unverzichtbar für ein zukunftsfähiges Ökosystem. Deshalb wünschen wir uns eine verstärkte Förderung nachhaltiger Forstwirtschaft und den Ausbau von Schutzmaßnahmen. Gemeinsam können wir den Herausforderungen des Klimawandels trotzen. 

Um neue Naturwälder entstehen zu lassen, möchte die BUND Naturschutzstiftung in OWL Waldparzellen wie zum Beispiel ehemalige Fichtenmonokulturen, die durch Borkenkäferbefall oder Trockenheit geschädigt wurden, sogenannte Kalamitätsflächen, erwerben. „Diese geschädigten Flächen bieten eine einmalige Gelegenheit, naturnahe Wälder entstehen zu lassen – die ‚Urwälder von morgen‘“, erklärt Bernd Meier. Anstatt auf kostenintensive und oft nicht standortgerechte Aufforstungen zu setzen, verfolgt die BUND NRW Naturschutzstiftung das Konzept der natürlichen Waldentwicklung. Durch die Selbstregeneration kann sich ein widerstandsfähiger und artenreicher Wald entwickeln, der langfristig zur Stabilität des Ökosystems beiträgt.

„Wenn Sie selbst Kalamitätsflächen besitzen und daran interessiert sind, Teil dieses Projekts zu werden, freuen wir uns auf Ihre Rückmeldung“, betont BUND-Aktivist Meier. „Gemeinsam können wir die Grundlage für eine nachhaltige und vielfältige Waldbewirtschaftung schaffen.“

Neben dem Ankauf von Waldflächen möchte der BUND auch alte Bäume für ein Alt- und Habitatbaumprojekt erwerben. Im Rahmen dieses Projekts werden bis zu 30 Bäume pro Hektar aus der Nutzung genommen und dürfen ihr natürliches Alter erreichen und auch im Wald verbleiben. Die Eigentümer werden dabei für den Wertverlust entschädigt.

Interessierte Waldeigentümer können unter bernd.meier(at)bund.net oder 0178 121 03 74 Kontakt aufnehmen.

 

BUND sucht neue Mitstreiter*innen

Luca Schnadt ist aktuell im Kreis Herford unterwegs auf der Suche nach neuen Mitstreiter*innen. Der BUND sucht sowohl aktive Mitglieder, die Interesse haben, sporadisch oder  regelmäßig sich an Aktionen wie Kopfweidenschnitt, Obstwiesenpflege, Fledermaus- bzw. Vogelkästen aufhängen, Infostandbetreuung, Kontrolle von Ausgleichsmaßnahmen, Betreuung von Kindergruppen, Leitung von Exkursionen  usw. zu beteiligen. 

Aber auch Mitstreiter*innen die die Arbeit des BUNDs (nur) finanziell unterstützen können oder wollen, sind herzlich willkommen.

Als Willkommensgeschenk erhalten Neumitglieder je nach Wunsch einen Fledermausquartier, ein Spatzenhotel, Mauersegler- oder Schwalbennistkästen, ein Igelquartier, eine Vogelfuttersäule oder auch einen Obstbaum für den Garten.

BUND Herford setzt sich für den Schutz von Fledermäusen und die Renaturierung von Wäldern ein

Aufhängen von Fledermauskästen als Beitrag zum Artenschutz und zur Schaffung von „Urwäldern von morgen“

Der BUND Herford hat kürzlich in einem Waldbereich am Heier Mühlenbach über 30 Fledermauskästen unterschiedlicher Typen aufgehängt, um den heimischen Fledermäusen bessere Quartiermöglichkeiten zu bieten. Mit dieser Aktion setzt sich der BUND aktiv für den Artenschutz der bedrohten Flugsäuger ein, die in den letzten Jahren zunehmend auf die Unterstützung von Menschen angewiesen sind. „Da unsere Wälder im Kreis meist intensiv genutzt werden, bieten sie leider meist zu wenige alte Höhlen für Fledermäuse aber auch Siebenschläfer und Co.“ erklärt BUND Fledermaus-Experte Bernd Meier.

„Fledermäuse sind wichtige Akteure in unserem Ökosystem – sie regulieren den Insektenbefall und sind Anzeiger für intakte Ökosysteme“, erläutert Meier weiter. „Durch das Aufhängen der Kästen in diesem speziellen Waldbereich möchte ich den Tieren einen sicheren Unterschlupf bieten,“ berichtet Martin Starrach, der Eigentümer der Waldparzelle. Nicht nur die Bäume an denen die Kästen hängen, will Starrach alt werden lassen, damit sie so durch Astausfaulungen oder Spechte natürliche Höhlen für Fledermäuse und andere Tiere bilden. „In meinem Wald sollen möglichst alle Bäume ihr natürliches Alter erreichen und nur in Ausnahmefällen gefällt werden“ sagt Starrach. Er könne sich auch gut vorstellen, dass der Wald als Naturschutzgebiet durch den Kreis geschützt werde.

Meier vom BUND: „ Wir brauchen im Kreis mehr Naturwälder zum Erhalt der Biodiversität und der Schaffung stabiler, klimastabiler Ökosysteme.“

Der BUND möchte gern auch Waldparzellen, wie z.B. Kalamitätsflächen, auf denen die gesamten Fichten abgestorben sind, ankaufen. „Diese Kalamitätsflächen bieten die Chance, naturnahe Wälder zu schaffen – sogenannte „Urwälder von morgen“.“ erläutert der Biologe Bernd Meier. Anstatt auf kostenintensive und oft nicht standortheimische Aufforstungen zu setzen, verfolge die BUND Kreisgruppe mit Unterstützung der BUND NRW Naturschutzstiftung die Strategie, diese Flächen weitgehend sich selbst zu überlassen. Die natürlichen Prozesse der Naturverjüngung könnten so zur Entstehung eines stabilen und artenreichen Waldes führen.

Die Fledermauskästen, die der BUND Herford aufgehängt hat, bieten den Tieren sicheren Unterschlupf und tragen auch zur Förderung einer vielfältigen und resilienten Tierwelt bei, so der BUND. Allerdings stellten sie nur eine Übergangslösung dar, das Ziel sei die Schaffung von „Urwäldern“ mit einem reichhaltigen Angebot an Höhlen und Totholz. Das Aufhängen von Fledermauskästen sei aber eine wichtige Maßnahme, um den Tieren aktuell in einer zunehmend sich verändernden Umwelt zu helfen.

„Die Entstehung eines resilienten Waldes, der in der Lage ist, den Herausforderungen der Zukunft standzuhalten, bietet nicht nur Lebensräume für Fledermäuse und andere Arten, sondern hilft auch dabei, die Biodiversität zu bewahren.“ ist sich Waldbesitzer Starrach sicher.

Für die Zukunft sucht der BUND Herford weitere Eigentümer von Wald- oder Kalamitätsflächen, um diese in „Urwälder von morgen“ zu verwandeln. Der BUND Herford möchte hierzu gern auch mit der BUND NRW Naturschutzstiftung Waldflächen ankaufen, steht aber auch interessierten Waldbesitzern gern mit Rat und Tat zur Seite, um ihren Wald ökologisch aufzuwerten.

Einladung

„Wenn Sie selbst Kalamitätsflächen besitzen und daran interessiert sind, Teil dieses Projekts zu werden, freuen wir uns auf Ihre Rückmeldung“, betont Kreisgruppensprecher Meier. „Gemeinsam können wir die Grundlage für eine nachhaltige und vielfältige Waldbewirtschaftung schaffen.“

Landschaftsplan muss Arten- und Biotopschutz besser berücksichtigen

Aktive vom BUND übergeben Landrat Forderungen für den neuen Landschaftslpan

BUNDler übergeben Forderungen zum neuen Landschaftsplan

Zum Hintergrund: Der Kreistag hat im Jahr 2017 beschlossen, die bisherigen fünf Landschaftspläne in einem kreisweiten Landschaftsplan fortzuschreiben. Ein aufwendiger und komplizierter Prozess, in den Stadt- und Gemeindeverwaltungen, die Landwirtschaft und der ehrenamtliche Naturschutz mit einbezogen werden.

Grundlage für die aktuellen Planungen sind u.a. eine kreisweite Biotoptypenkartierung.

Entscheidend sind nun verschiedene Fragestellungen: Wo müssen Naturschutzgebiete verändert oder neu ausgewiesen werden? Wie sind die Grenzen der Landschaftsschutzgebiete zu überarbeiten? Gibt es eine Differenzierung der Landschaftsschutzgebiete hinsichtlich ihres Schutzzweckes? Wie kommt man zu einem Biotopverbund, um die manchmal verinselten Landschaftsräume zu verbinden und damit ihre Bedeutung langfristig zu sichern? Welche Vorgaben müssen durch den Regionalplan als Landschaftsrahmenplan beachtet werden?

Der BUND hat hier sehr konkrete Vorstellungen, die in einem Zehn-Punkte-Katalog zusammengefasst sind. Dieser wurde dem Landrat nun im Kreishaus übergeben. Darin fordern die Naturschützer beispielsweise mehr und größere Naturschutzgebiete. Mit 3,77% der Fläche ist der Kreis Herford Schlusslicht in Ostwestfalen. Der Kreis Paderborn und Kreis Lippe haben jeweils über 11% ihrer Fläche als Naturschutzgebiete ausgewiesen und selbst die Stadt Bielefeld hat mit 8 % prozentual mehr als doppelt sowiel Fläche ausgewiesen. Aber auch die Vernetzung einzelner Schutzgebiete, die Wiedervernetzung zerschnittener Großlebensräume sowie die Unterschutzstellung sämtlicher Waldflächen mit einer hohen ökologischen Wertigkeit werden vom BUND gefordert.

„ Der BUND im Kreis Herford begrüßt die Bemühungen zur Neufassung eines Landschaftsplanes für den ganzen Kreis Herford ausdrücklich. An den bisherigen fünf Plänen hat der Zahn der Zeit genagt“, so Bernd Meier. „Wir brauchen eine neue Grundlage, um Natur und Landschaft im Kreis Herford besser zu schützen und die Artenvielfalt zu erhalten“ meint Kreisgruppensprecher Bernd Meier.

Der aktuelle Entwurf stellt die Naturschützer aber noch nicht zufrieden. „Neben der Vergrößerung der Fläche von Naturschutzgebieten benötigen wir auch Maßnahmen, um bedrohte Arten zu schützen, deren Lebensräume sich außerhalb dieser Gebiete befinden. Wir brauchen Pufferzonen rund um schmale Schutzgebiete sowie klare und überprüfbare Zielsetzungen beim Artenschutz“, so Meier, der sich zudem eine noch stringentere Kontrolle der Vorschriften in Schutzgebieten wünscht. „Naturschutz muss in Naturschutzgebieten immer Vorrang vor anderen Nutzungsinteressen haben“, so der BUND Kreisgruppenvorsitzende.

andschaftsplan.Im besonderen Blick des Plans müssen die Bach-, Siek- und Flusstäler als wesentliches Gerüst des Biotopverbundes im Kreis Herford liegen. Dazu kommen auch, trotz oder gerade wegen der allgemeinen Waldarmut im Kreis Herford, Wälder mit einer besonderen naturschutzfachlichen Bedeutung. Sonderstandorte wie Heiden und Magergrünland sind auch zu berücksichtigen. Ein weiterer Arbeitsbereich hat sich in den letzten Jahren beim Schutz von Arten der offenen Feldflur entwickelt.

 

Citizen Science - Fledermausquartiere in NRW erfassen

Machen Sie mit!

Der BUND verleiht auch "Fledermaus willkommen" Plaketten. Bewerben Sie sich einfach!

Auch dieses Jahr werden Bürger*innen vom BUND aufgerufen bei der Erfassung von Fledermausquartieren zu helfen. Ziel ist es Quartiere zu kennen und damit die geschützen Tiere besser schützen zu können.

Helfen auch Sie mit!

Die Aktion wird ermöglicht durch die finanzielle Unterstützung der Stiftung für Umwelt und Entwicklung (SUE)

Hier geht es zum Aufruf.

Jetzt Förderung für Dachbegrünung beantragen!

Gegen Dürre und Wassermassen: Dachbegrünung als Wasserrückhalt

Die trockenen Jahre 2018 bis 2020 waren beispiellos für die vergangenen 250 Jahre. Diese Folgen der Klimakrise bedrohen auch in Deutschland Menschen und die natürlichen Lebensgrundlagen. Die Fluten im Ahrtal widerum und die derzeitigen Regenmengen spiegeln das andere Extremum wieder.

Eine rasche Umsetzung der Nationalen Wasserstrategie durch Bund und Länder ist dringend geboten. Kurzfristig müssen bundesweit die einheitliche Erfassung von Kenngrößen zu Niedrigwasser und Wassermangel, einheitliche Leitlinien für regionale Wasserversorgungskonzepte sowie eine „Kommunikationsstrategie Wasser“ auf den Weg gebracht werden.

Bandt: „Es ist zu befürchten, dass der Dürre-Trend der vergangen Jahre sich fortsetzt. Deshalb müssen wir schnell die Widerstandskraft unserer Landschaft stärken und den natürlichen Wasserrückhalt erhöhen. Wir müssen auch in Deutschland großflächige naturbasierte Lösungen für dezentrale Wasserrückhaltemaßnahmen in der Landschaft ermöglichen. Das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz der Bundesregierung muss daher schnellstmöglich starten.“

Auen spielen beim Wasserrückhalt eine sehr wichtige Rolle. Mit den Naturschutzgroßprojekten Lenzener Elbtalaue und Lebendige Auen für die Elbe hat der BUND als großer deutscher Flussverband bereits 840 Hektar Auenlandschaft wiederhergestellt und das Potential naturbasierter Lösungen beispielhaft aufgezeigt. Lebendige Flusslandschaften sind vorsorgender Hochwasserschutz als auch Wasserspeicher in der Landschaft. Regelmäßig überflutete Auen speichern zudem bis zu 30 Prozent mehr Kohlenstoff und damit klimaschädliches CO2, reinigen das Wasser und geben es bei Trockenheit nach und nach wieder an die Landschaft ab.

Aber nicht nur der Gesetzgeber ist gefordert, jeder einzelne könne und solle aktiv werden, ergänzt Bernd Meier von der BUND Kreisgruppe Herford.

"Nicht verschwenderisch mit unserem Trinkwasser, also unseren Grundwasservorräten, umgehen kann jeder" erläutert der BUND Kreisgruppensprecher. Statt Schottergärten anzulegen, könne man naturnahe Gärten anlegen, Regenwasserzisternen aufstellen, oder auch Garageneinfahrten und Parkflächen durch Rasengittersteine oder ähnlichem entsiegeln und so die Grundwasserneubildung fördern und Hochwassergefahren abmildern.

Dachbegrünungen bieten zahlreiche Ökosystemleistungen, wie Regenwasserrückhalt. Auch die Funktion als Habitat für Insekten, Nahrungsquelle für verschiedene Vogelarten und die als Trittsteinbiotop im Biotopverbund. Aus diesen Gründen ist es dem BUND Kreis Herford ein Anliegen Dachbegrünungen zu fördern. Die BUND Kreisgruppe Herford  fördert im Kreis Dachbegrünungen mit 1/3 der Kosten, allerdings max. 500€ pro Dachbegrünung. Gefördert werden alle Kosten für Arbeiten und Materialien oberhalb der Dachabdichtung. Bei Interesse einer Förderung kann mit dem BUND über bund-herford@web.de Kontakt aufgenommen werden. Wir beraten Sie gerne bei Interesse unverbindlich hinsichtlich einer möglichst artenschutzfreundlichen Lösung. Wenn Ihnen der Artenschutz als Argument nicht genügen sollte, dann könnte eine Dachbegrünung dennoch interessant für Sie sein, da in Studien auch direkte Nutzen für den Menschen dargelegt wurden. So kühlen flächendeckende Dachbegrünungen beispielsweise in Ballungsgebieten die Luft auch auf Fußgängerebene, in einer Kleinstadt wie Herford ist das wegen der zu geringen Dichte zwar nur bedingt möglich, für die HausbesitzerInnen gibt es allerdings verschiedene Ersparnisse durch eine Dachbegrünung. Auf lange Sicht muss die Dachpappe deutlich seltener ersetzt werden, durch die Dämmwirkung werden im Winter Heiz- und im Sommer Stromkosten eingespart. Des Weiteren steigern Dachbegrünungen die Produktivität von Solarmodulen.

Bei näheren Informationen dazu können Sie sich ebenfalls gerne an den BUND Kreis Herford unter bund-herford@web.de wenden.
 

Bildautor: Bernd Meier

BildInfos: Auch teilweise Entsiegelungen von Garageneinfahrten lassen Regen versickern und dienen sogar der Artenvielfalt: in den Löchern haben sich Mauerbienen angesiedelt.

Begrünte Dächer halten Wasser zurück und heizen sich nicht so stark auf.

Mehr Informationen:

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Wir freuen uns auf dich.

Allen Teilnehmenden schenken wir eine Sicherheitsweste. Unter den drei Radler*innen mit den meisten Kilometern verlosen wir einen 20€ Gutschein

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