Höheres Risiko für Wildunfälle im Herbst: So schützten Sie Tiere und sich selbst
In Deutschland schneiden stark befahrene Bundes- und Landstraßen die Lebensräume vieler Tiere. Schätzungen zufolge sterben jedes Jahr mindestens 250.000 Rehe, Hirsche, Wildschweine und unzählige andere kleinere Tiere im Straßenverkehr.
Im Herbst ist das Risiko für Wildunfälle aus zwei Gründen besonders hoch.
Die Zeitumstellung verschiebt den Berufsverkehr
Sommerzeit wird zu Winterzeit – Während wir uns an den neuen Tagesrhythmus gewöhnen, ist diese Veränderung für viele Tiere lebensgefährlich: Plötzlich fällt der Berufsverkehr genau in die Dämmerung – die Hauptaktivitätszeit von vielen
Wildtieren.
Wildtiere bereiten sich auf den Winter vor
Im Herbst sind Wildtiere besonders aktiv: Sie fressen sich Winterreserven an, legen Vorräte an oder suchen neue Reviere. Wenn Tiere öfter unterwegs sind und gleichzeitig mehr Autos fahren, steigt somit das Risiko für Wildunfälle deutlich.
Wo das Risiko am größten ist
Wildunfälle treten nicht überall gleich häufig auf. Besonders gefährlich sind Straßen entlang von Wäldern, Feldgrenzen und Gewässern.
Aber auch an Ortsrändern und in Siedlungen ist erhöhte Vorsicht geboten, da Füchse, Igel und Wildschweine auf der Suche nach Nahrung immer häufiger bis in die Siedlungen vordringen.
Drei Tipps zum sicheren Fahren in der Dämmerung
Um Unfälle mit Tieren zu vermeiden, sollten Autofahrende:
- Das Fahrverhalten in der Dämmerung anpassen: In der Dämmerung und insbesondere in Waldnähe sollte grundsätzlich mit Wildwechsel gerechnet werden. Wer sein Tempo drosselt und die Seitenstreifen im Auge behält, kann frühzeitig reagieren.
- Warnschilder ernst nehmen: Wildwechsel-Schilder kennzeichnen Bereiche, in denen Tiere häufig die Straße überquert haben oder bereits Unfälle passiert sind.
- Selber aufmerksam bleiben: Notbremsassistenten im Auto sind primär für Menschen und Fahrzeuge konzipiert und erkennen Wildtiere oft nicht zuverlässig.
Tier gesichtet – so reagieren Sie richtig
Keine unkontrollierten Ausweichmanöver riskieren! Stattdessen das Fernlicht abblenden, kontrolliert bremsen und hupen, damit das Tier flieht. Achten Sie auch auf mögliche Nachzügler.
Verhalten nach einem Zusammenstoß
Sollte es dennoch zu einem Unfall kommen, gilt: Unfallstelle sofort absichern (Warnblinker, Warndreieck) und umgehend die Polizei verständigen. Diese stellt die Bescheinigung für die Versicherung aus und informiert den zuständigen Jäger oder Förster. Um Panikreaktionen beim Tier zu vermeiden, halten Sie am besten Abstand und berühren Sie das Tier keinesfalls.