Wildkatzen brauchen vielfältige Wälder
Im Rahmen der Woche der Wildkatze ist der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) im Kreis Herford auf der Suche nach Waldbesitzern, die mit dem BUND gemeinsam "Wildkatzenwälder von morgen" gestalten wollen.
Die „Woche der Wildkatze“ ist Teil des Projekts „Wildkatzenwälder von morgen“. Das sechsjährige Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Das Projekt setzen der BUND-Bundesverband, die BUNDjugend und die BUND-Landesverbände Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen um. Der BUND setzt bei seinen Maßnahmen auf gezielte Strukturverbesserungen im Wald, am Waldrand und auf waldnahem Offenland.
Die Europäische Wildkatze lebt in naturnahen Wäldern mit strukturreichen Waldrändern, vielen Versteckmöglichkeiten und einem guten Nahrungsangebot. Genau diese Strukturen fördern auch die biologische Vielfalt insgesamt und erhöhen die Widerstandskraft der Wälder gegen Trockenheit, Stürme und andere Wetterextreme.
Bernd Meier, Biologe beim BUND Herford: „Die Wildkatze ist im Kreis Herford zwar noch nicht aufgetaucht, aber es gibt Nachweise im Eggegebirge und westlich von Detmold. Sie ist also mehr so weit vom Kreis Herford entfernt. Wir wollen ihr jetzt schon unsere Wälder im Kreis "Wildkatzengerecht" gestalten. Damit sie sich, wenn sie dann auftaucht, auch geeignete Lebensräume vorfindet." Wildkatzenwälder von morgen, das sind nicht nur reine Laubwälder. In ihnen benötigt die Wildkatze Totholz jeden Alters und viel Gebüsch. Sie dienen ihr als Versteck, um sicher ihre Jungen aufzuziehen. Unsere heimische Waldbewohnerin streift aber auch durch andere Gefilde: entlang strukturreicher und stufig aufgebauter Waldränder und ihren angrenzenden vielfältigen Wiesen, die nur selten gemäht werden. Sie bieten die perfekte Grundlage für eine erfolgreiche Mäusejagt. Neben der Wildkatze fühlen sich viele andere Arten in naturnahen Wäldern, Waldrändern und dafür möchte der BUND in Kooperation mit Waldbesitzern Wald- und angrenzende Bereiche wildkatzengerecht gestalten oder auch Waldbeiche kaufen, um sie naturnah und klimaresilient zu entwickeln. "Neben Wald zu kaufen suchen wir auch Waldbesitzer, die an unserem Projekt "Artenschutz im Wald" interessiert sind." so Bernd Meier vom BUND. In diesem Projekt kauft der BUND einzelne Bäume an, die dann bis zu ihrem natürlichen Lebensende und darüber hinaus als Totholz im Wald erhalten bleiben.
Wer Interesse hat mit dem BUND zusammen etwas für die "Wildkatzenwälder von morgen" zu tun kann sich unter 0170 76 190 35 oder per mail an bernd.meier@bund.net melden.